“Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein.” Dieses Zitat, wahlweise Kurt Tucholsky, weisen Chinesen oder Norbert Blüm zugesprochen, soll klar machen, dass feste Standpunkte bessere Menschen ausmachen.
Wie komisch sind dann wohl alle die drauf, die an Open Innovation glauben? Also daran, dass Neuerungen in der Gesellschaft, sei es eine technische Entwicklung, eine neue Form des Miteinanders oder ein politischer Prozess, besonders davon profitieren, wenn sich die üblichen Verdächtigen gerade nicht für die Erfindung oder Entscheidung ins stille Kämmerlein zurückziehen. Open Innovation glaubt, daran, dass Öffnungsprozesse in der Phase der Entwicklung besser sind. Dass gute Innovation Sachverstand von außen braucht. Dass Neues durch Zusammenarbeit und Kommunikation besser entstehen kann.
Ihr entscheidet selbst, wie dicht das ist. In den Session des re:innovate-Tracks.
Zum Beispiel, wenn Beth Kolko über die “Non-Experts” spricht, die so wichtig für Innovation sind. Oder Petra Sitte erklärt, warum sie Open Innovation für etwas hält, was Forschung, Entwicklung und Politik demokratisieren kann. Wenn Esteve Almirall davon berichtet, wie sich städtische Verwaltungen öffnen und aus Asterix’ Passierschein A38 echte Bürgerbeteiligung wird. Oder wenn uns ein Wirtschaftsunternehmen zeigt, warum es für sie als Organisation wertvoll ist, sich für externe Ideen zu öffnen.
Stefan Lindegaard, einer der inoffiziellen Open-Innovation-Gurus überhaupt, fragt dann am 03. Mai ganz direkt, ob überhaupt was dran ist an dem Open-Innovation-Ding
Zum Abschluss von anderthalb Tagen re:innovate auf der re:publica verdichten wir das Thema nochmals und schauen in einem ausführlichen Talk, ob unsere Open-Innovation-Fans nicht doch verschlossener sind, als sie glauben. Richtig open wird Innovation nämlich nur, wenn sich unterschiedliche Interessenvertreter füreinander öffnen. Wenn sie konstruktiv mit ihren unterschiedlichen Auffassungen umgehen, statt sich die Köpfe einzuschlagen. Eine Talkshow mit Mehrwert statt Krawall. Wir sind gespannt, wie sie das machen.
Ach ja, natürlich ist der Track kollaborativ entstanden. „Open Innovation is Collaboration“ steht deshalb auch auf unserem Bühnenbanner.
newthinking communications, P3 Büro thinktank + taskforce, Open Cities, die LINKE im Bundestag, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Denkerei/Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen, die TSB Innovationsagentur Berlin und Miriam Notowicz haben sich für Euch spannend zwischenmenschlich, organisationsübergreifend und interdisziplinär, also potenziell explosiv, ins Zeug gelegt ;-).
